Beispiele aus der Praxis.

Wo kommt die Feuchtigkeit und die ausblühenden Salze her?

Backsteine, Zeiegel und Natursteine besitzen Poren und die Eigenschaft der Diffusionsfähigkeit.

Um diese Steine zu vermauern hat man schon seit je her auf einen passenden Mörtel zurückgegriffen. Ein Kalkknotenmörtel hat sich hier schon vor hunderten Jahren etabliert. Diese sorgen mit Ihren Kappilaren dafür, dass die Verdunstung der Feuchte im Mauerwerk stattfinden kann.

Im Allgemeinen sind alle Kapillaren Röhrchen mit sehr kleinen Innendurchmessern. Durch die im Vergleich zu größeren Rohren stark in den Vordergrund tretenden Oberflächeneffekte tritt in Kapillaren die Kapillarität auf, ein physikalischer Effekt. Flüssigkeiten mit hoher Oberflächenspannung steigen in Kapillaren auf; sie kondensieren auf den Kapillarwänden auch oberhalb ihres Siedepunktes und es kann zu chemischen Reaktionen kommen, die außerhalb von Kapillaren so nicht ablaufen würden.

 

Im Mörtel enthaltene unschädliche Mineralien, aber auch Untergrundbelastungen durch vorangegangene Landwirtschaftliche Nutzung des Baugrundes oder des Objekts, können bei Feuchteeintritt gelöst werden und treten als Ausblühung auf der Wandoberfläche auf. Diese können i.d.R. als Chloride, Sulfate und Nitrate klassifiziert werden. Zementgebundene Mörtel schließen durch einen starren Stäbchenaufbau in den Makroporen kristallisierte Salze ein. In Makroporen eingeschlossene Salze vergrößern bei Kristallation (der Zugabe von Feuchtigkeit) ihr Volumen und erhalten eine sprengende Wirkung.

 

 

Welche Möglichkeiten habe ich?

Ausblühungen können zunächst trocken abgebürstet werden, sollten jedoch auf ihre Art und Schädigung im Gefüge untersucht werden!

Ohne Lokalisierung des Feuchtigkeitszutritt und dessen stoppen blüht es munter weiter.

  • Oft ist nachträgliches verfugen mit zementgebundenen Mörteln ein unbehargen für die Wand und ist durch geeigneten Kalkmörtel durch einen 4cm tiefen Fugenaustausch zu ersetzen

 

  • Schwammwirkungen von Sockelputzen mit zementgebundenen Mörteln und Verkleidungen begünstigen diesen Fortsschrit und sollten entfernt werden

Ein vollständig trockenen Natursteinkeller zu erwarten wäre utopisch.

Erinnern Sie sich daran wofür die Gebäudestrucktur bei Ihrem Bau einst gedacht war.

Auf Naturstein gegründete Häuser, nutzten den Vorzug der großen Steinoberfläche und dem geringen Fugenanteil gegen Feuchtigkeit.

 

Der Sockel diente als Schutz gegen aufsteigende (Kapillare) Feuchtigkeit und gegen Spritzwasser.

 

Die Kellerräume wurden mit ihren klimatischen Bedingungen oft als Lager von Speißen genutzt. 

Welche Maßnahme bringt nun den besten Erfolg?

Überall begegnem einen Disskusionen über die Sanierung in Verdunstungsräumen.

Die Industrie will einzig und allein Ihre Lösungen als die Patentlösung an den Kunden bringen, oft sind Außendiendstmitarbeiter der Bundesweit argierenden Unternehmen schon mit einfachen bauphysikalischen Fragen überfordert.

Viele Produkte bringen neue Probleme und wurden nicht als dauerhaft erwiesen.

 

Fakt ist: Die Lösung für jedes Problem liegt bei der Ursache und ist deswegen immer im Einzelfall zu entscheiden!

 

 

Sinnvolle Maßnahmen sind aber:

 spätere Ausblühungen können trocken abgebürstet werden.

Wie funktioniert ein Sanierputz?

Entfeuchtung und Entsalzung von Naturstein- / Backsteinmauerwerk durch kapillarität und diffusion

Kapillarer Wassertransport innerhalb feuchten Mauerwerks

und Salzverteilung bei Zementputzen

 

Die feuchtigkeitsregulierende Eigenschaft des porigen Gefüges, der Backsteine & Natursteine, mit Ihren Kapillaren und Makroporen begünstigt die Entfeuchtung des Mauerwerks.

Ein Zementputz hat diese Eigenschaften nicht und sperrt das Mauerwerk ab. Die Feuchtigkeits- und Salzansammlungen steigen in den Kapillaren auf der Verdunstungsebene zwischen Mauerwerk und Putz das Bauwerk hinauf, Salze lagern sich in den Makroporen ab und kristallisieren bei Volumenzunahme erneut und schädigen das Gefüge bis hin zu Absprengungen.

Kapillarer Wassertransport bei z.B. diffusionsoffenen Kalk- / Sanierputzen

 

Diffusionsoffene Putze lassen den Feuchtetransport durch Ihr offenporiges Mörtelgefüge zu und sorgen für eine Entfeuchtung des Mauerwerks.

Das Bauwerk kann aus eigenen Kräften nach und nach die Gleichgewichtsfeuchte, die Backsteine und Natursteine haben, wieder herstellen.

Die Verdunstungsoberfläche liegt somit auf der Putzoberfläche und nicht mehr zwischen Mauerwerk und Putz.

Kapillarer Feuchtigkeits- und Salztransport bei Opferputzen und Kompressen

 

Das porige Gefüge der Kalkmörtelstruktur nimmt die ausblühenden Salze auf(2) und fördert sie zum Teil an die Putzoberfläche(1), die dann trocken abgebürstet werden können.

Als Entsalzungsputze werden Kompressen mit Cellulose an die Wand gebracht und nach der Sättigung, ebenso wie der Opferputz wieder abgenommen.

Nach der Entsalzung wird im Innenbereich ein diffusionsoffener Kalkmörtel als Endputz in drei Lagen aufgebracht und mit einem Kalkanstrich versehen.

Natursteinsockeln sollte die Verdunstungszone aufgrund ihres geringen Fugenanteils direkt auf dem Stein vorbehalten sein. Somit ist von einem Sockelputz in den meisten Fällen abzuraten. Im erdberührenden Bereich kann ein zweites Mauerwerk errichtet werden, welches dann ggf. bituminös abgedichtet werden kann, da salzbelastete Untergründe eine unzureichende Aufnahme- und Tragfähigkeit für KMB (Kunststoffmodifizierte Bitumendickbeschichtung) darstellen. Dennoch wird so nachhaltig weiterer Feuchteeintrag in das Bauwerk verhindert.